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Humanist vielleicht und vielleicht liberal; Menschenfreund im Allgemeinen; reflektierend; angeborener Gerechtigkeitssinn

Sonntag, 29. Juni 2014

Nichts Neues aus der Anstalt: Algerien diskutiert über Fastenpflicht für (Hoch-) Leistungssportler während der Fußball-WM

Es dürfte niemandem entgangen sein, daß in diesen Tagen die Fußball-Wm in Brasilien läuft. Unabhängig davon, ob man die allgemeine (Medien- und Bürger-) Hysterie zu diesem sportlichen Großereignis teilt oder nicht, muß man feststellen, daß es sich dabei in der Tat um eine Herausforderung für Seelen und Körper der Spieler der teilnehmenden Mannschaften handelt. Die meisten Menschen würden nach kurzem schlapp machen. Das Klima im Gastgeberland tut sein übriges und reduziert die körperlichen Belastungen sicherlich nicht.


Nun bricht am 29. Juni der Ramadan an und es nehmen an der WM einige mehrheitlich moslemische Länder teil und auch westliche Länder stellen vereinzelt Spieler moslemischer Religion auf, u.a. zählt Algerien dazu. Und was fällt einigen religiösen SchwachmatenWürdenträgern dazu ein? Man diskutiert allen ernstes darüber, ob sich die algerischen Leistungssportler der religiösen Vorschrift während dieser zweifellos sehr anstrengenden Wochen unterordnen sollten. (obwohl die Lage eigentlich glasklar ist: jeder und jede der/die außergewöhnlichen körperlichen Anstrengungen unterworfen ist während des Ramadans, wie Reisende, Schwangere, Alte und Kranke - und auch Hochleistungssportler zählen dazu - ist aus dem Fastengebot ausgenommen, darüber sollte es eigentlich keinerlei Diskussion geben, so wie es die DITIB auch sieht).

Tja. Was soll man als Vertreter des gesunden Menschenverstands dazu sagen? Das ist ebenso reichlich schwachsinnig, wie das Verhalten israelischer Politiker, steht jenem in nichts nach! Irgendwie scheint am südlichen und östlichen Mittelmeerufer der Schwachsinn dieser Welt konzentriert sein... Es ist einfach unglaublich. Jeder gute Satiriker hätte Schwierigkeiten, sich derartige Abstrusitäten auszudenken...

Die schiere Existenz dieser absolut sinnfreien Diskussion aber zeigt vor allem etwas anderes, was man leider sehr oft im Nahen Osten in den letzten Jahren beobachten kann: es gibt dort oft einen abartigen Wettbewerb um die größte Frömmigkeit und die stärkste Religiosität: sinnvolle (Ausnahme-)Regeln des Islams, die für den Nutzen der Gläubigen gemacht wurden (von wem auch immer), werden absichtlich übersehen, negiert zuweilen, die übergeordnete Regel dafür jedoch blind und kontextlos angewandt, obwohl die Religion etwas anderes sagt. Das ist der Fall in dieser Angelegenheit, wenn das Fastengebot plötzlich auf Hochleistungssportler ausgedehnt werden soll, wenn auf den Straßen des Nahen Ostens acht- oder neunjährige Mädchen schwarz verhüllt laufen oder wenn Männer, wie in Ägypten, den vom harten und anstrengenden Beten erzeugten Bluterguß oder gar die entsprechende Schwellung (arabisch: "zabib", zu deutsch: Rosine) öffentlich zur Schau tragen, um ihre Religiosität zur Schau zu stellen. Allerdings beschränken sich derartige nachdenklich machende gesellschaftliche Entwicklungen nicht auf Moslems (auch betreffen sie sicherlich nicht alle Moslems, unten denen es neben größeren Gruppen von Schwachmaten auch viel gesunden Menschenverstand gibt). Auch im israelischen Irrenhaus kann man genug Derartiges finden, wie ich in diesem Blog umfangreich dokumentiert habe.

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